Die sieben Q7 Qualitätswerkzeuge: Anwendung, Vorteile und Nachteile

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Einführung: Die sieben Q7 Qualitätswerkzeuge

Bedeutung von Qualitätsmanagement und Q7 Qualitätswerkzeugen

Qualitätsmanagement ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensführung und hat zum Ziel, die Qualität von Produkten und Dienstleistungen ständig zu verbessern und Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Eine Methode, um diesem Ziel näher zu kommen, sind die Q7 Qualitätswerkzeuge. Diese sieben Werkzeuge wurden von dem japanischen Wissenschaftler Kooru Ishikawa zusammengestellt und sind ein wichtiger Bestandteil im Qualitätsmanagement. In diesem Artikel werden wir einen Blick auf die Bedeutung dieser Werkzeuge werfen und ihre Anwendung in der Industrie untersuchen.

Q7 - Werkzeug der Qualität

Qualitätsmanagement ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Es umfasst die Planung, Durchführung und Kontrolle von Maßnahmen, die zur Verbesserung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen beitragen. Eine Möglichkeit, Qualitätsprobleme zu lösen und Prozesse zu optimieren, sind die sieben Q7 Qualitätswerkzeuge. Diese Werkzeuge helfen bei der Erfassung und Analyse von Daten und liefern somit wichtige Erkenntnisse für die Optimierung von Prozessen und die Steigerung der Kundenzufriedenheit.

Die sieben Q7 Qualitätswerkzeuge sind:

Wie sind die sieben Q7 Qualitätswerkzeuge entstanden?

Die sieben Q7 Qualitätswerkzeuge wurden von dem japanischen Ingenieur und Statistiker Kaoru Ishikawa in den 1940er Jahren entwickelt. Ishikawa war ein Pionier im Bereich des Qualitätsmanagements und war maßgeblich daran beteiligt, die Qualitätsbewegung in Japan zu etablieren. Seine Arbeit führte schließlich zur Entwicklung des Konzepts der Total Quality Control (TQC), dass die Grundlage für die spätere Entwicklung von Total Quality Management (TQM) bildete.

Ishikawa erkannte, dass es notwendig war, eine Reihe von Werkzeugen zu haben, um Qualitätsprobleme in Unternehmen zu identifizieren und zu lösen. Die sieben Q7 Qualitätswerkzeuge wurden von ihm als eine Möglichkeit entwickelt, diese Werkzeuge in einem einzigen Framework zu organisieren und so den Unternehmen zu helfen, ihre Qualitätsprobleme systematisch und effektiv zu lösen.

Die sieben Q7 Qualitätswerkzeuge wurden schnell zu einem Standard in der Industrie und sind heute ein wichtiger Bestandteil der Qualitätsmanagement-Methoden in Unternehmen weltweit. Sie werden auch häufig in den Schulungen von Mitarbeitern im Qualitätsmanagement eingesetzt.

Fehlersammelkarte - Fehlererfassungsblatt oder Fehlerkarte

Grundlegende Anwendung und Funktionsweise der Fehlersammelkarte

Die Fehlersammelkarte ist ein grundlegendes Q7 Qualitätswerkzeug, das bei der Erfassung von Fehlern eingesetzt wird. Dabei wird die Anzahl der Fehler bei einem bestimmten Prozessschritt auf einer Strichliste notiert. Die Fehlersammelkarte hat jedoch einige Nachteile wie eine eingeschränkte Übersichtlichkeit bei großen Datenmengen und eine mögliche mangelnde Datenqualität aufgrund fehlender Disziplin der aufnehmenden Person.

Vor- und Nachteile der Fehlersammelkarte

Die Fehlersammelkarte wird genutzt, um Fehler bei bestimmten Prozessschritten zu dokumentieren. Die Karte hat den Vorteil, dass sie einfach zu erstellen ist und schnell eine Übersicht über die Fehlerhäufigkeit gibt. Allerdings ist die Übersichtlichkeit nur bei geringen Datenmengen und Faktoren gegeben und die Datenqualität hängt von der Disziplin der aufnehmenden Person ab. Zudem machen Fehlersammelkarten Arbeit und werden oft nicht nach temporärer Durchführung zurückgenommen.

Alternativen zur Fehlersammelkarte

Es gibt verschiedene Alternativen zur Fehlersammelkarte, darunter das Pareto-Diagramm zur Visualisierung von Anteilen verschiedener Untergruppen, Regelkarten zur statistischen Prozesskontrolle und Korrelationsdiagramme zur Darstellung von Zusammenhängen zwischen Parametern. Das Ishikawa Diagramm eignet sich gut für Teamarbeit bei der Problemlösung. In der Zukunft könnten digitale Tools zur Qualitätssicherung wie Machine Learning und künstliche Intelligenz verstärkt eingesetzt werden, um schneller und genauer auf Fehler reagieren zu können.

Histogramm - Häufigkeitsverteilung, Balkendiagramm oder Säulendiagramm

Was ist ein Histogramm?

Ein Histogramm ist ein Q7 Qualitätswerkzeug, das zur grafischen Darstellung von Häufigkeitsverteilungen eingesetzt wird. Es zeigt die Anzahl von Datenpunkten innerhalb bestimmter Intervalle auf einer horizontalen Achse und die Häufigkeit dieser Intervalle auf einer vertikalen Achse. Das Histogramm ermöglicht eine schnelle visuelle Analyse von Daten, um beispielsweise Abweichungen vom Normalverteilungsmodell oder Trends zu erkennen. Es ist ein hilfreiches Werkzeug, um komplexe Daten in eine leicht verständliche Form zu bringen und somit Entscheidungsfindungen zu erleichtern.

Wie wird ein Histogramm erstellt?

Ein Histogramm wird erstellt, indem man zunächst eine Datenmenge in Klassen oder Intervalle einteilt und dann die Häufigkeit jedes Intervalls zählt. Diese Häufigkeiten werden dann in Form von vertikalen Balken dargestellt, wobei die X-Achse die Intervalle und die Y-Achse die Häufigkeiten darstellt. Ein Histogramm ermöglicht es, die Verteilung der Daten visuell zu erfassen und Ausreißer, Schiefe und Moden zu identifizieren.

Anwendungsbereiche des Histogramms

Ein Histogramm ist ein wichtiges Qualitätswerkzeug in der statistischen Prozesskontrolle z.B. bei einem Automotive Zulieferer. Es wird verwendet, um die Verteilung von Messwerten zu visualisieren und bietet somit eine gute Möglichkeit, die Prozessfähigkeit zu bewerten. Drei Beispiele für Anwendungsbereiche des Histogramms in der Qualitätssicherung bei einem Automotive Zulieferer könnten sein:

  • Überprüfung der Maßhaltigkeit von Bauteilen durch Messung von Abweichungen und Darstellung der Verteilung dieser Abweichungen in einem Histogramm.
  • Kontrolle von Fertigungsprozessen durch Überwachung der Produktqualität und Auswertung von Messdaten in Histogrammen.
  • Analyse von Fehlern in der Produktion durch Untersuchung von Prozessabweichungen und Darstellung der Verteilung der Abweichungen in einem Histogramm.

Das Histogramm kann somit dazu beitragen, Abweichungen von Sollwerten frühzeitig zu erkennen, um Gegenmaßnahmen einzuleiten und somit die Qualität des Produkts und des Fertigungsprozesses kontinuierlich zu verbessern.

Regelkarte - Kontrollkarten oder Prozesssteuerkarten

Funktionen der Regelkarte in der statistischen Prozesskontrolle

Die Regelkarte wird in der statistischen Prozesskontrolle genutzt, um Prozesse hinsichtlich Qualitätskriterien und Prozessstabilität zu bewerten und zu überwachen. Sie ermöglicht ein frühes Eingreifen, wenn Prozesse aus ihrem stabilen Verhalten herauslaufen. Die zeitliche Darstellung auf der Regelkarte erleichtert die Erkennung von Trends und untypischen Veränderungen. Die Einführung von Regelkarten erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit dem benötigten Prozessverhalten und ist ein wichtiger Bestandteil im präventiven Qualitätsmanagement.

Verschiedene Regelkartentypen und ihre Anwendungen

Die Regelkarte wird in der statistischen Prozesskontrolle eingesetzt, um Prozesse zu überwachen und Trends oder untypische Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Es gibt verschiedene Regelkartentypen, die nach verschiedenen Kriterien Prozesse bewerten und überwachen. Dazu gehören zum Beispiel die X-Bar-R-Karte, die C-Karte oder die P-Karte. Die X-Bar-R-Karte wird zur Überwachung von Prozessen mit kontinuierlichen Merkmalen eingesetzt, die C-Karte zur Überwachung von Prozessen mit diskreten Fehlern und die P-Karte zur Überwachung von Prozessen mit diskreten Merkmalen. (Diskrete Merkmale sind Merkmale, die nur endlich viele Ausprägungen annehmen können, wie z.B. die Anzahl der Fehler in einem Prozess. Regelkarten für diskrete Merkmale unterscheiden sich von Regelkarten für kontinuierliche Merkmale, da sie auf anderen statistischen Methoden basieren und in der Regel andere Messgrößen verwenden, wie z.B. die Anzahl der Vorfälle pro Zeiteinheit.)

Vorteile der Verwendung von Regelkarten im präventiven Qualitätsmanagement

Die Verwendung von Regelkarten im präventiven Qualitätsmanagement ermöglicht eine zeitliche Darstellung zur Prozessbewertung und erkennt Trends oder untypische Veränderungen frühzeitig. Durch eine intensive Beschäftigung mit dem benötigten Prozessverhalten können Unternehmen ein frühes Eingreifen ermöglichen und somit die Prozessstabilität und -qualität erhöhen.

Pareto-Diagramm - Pareto-Analyse, ABC-Analyse oder 80-20-Analyse

Was ist das Pareto-Prinzip?

Das Pareto-Prinzip besagt, dass 20% der Ursachen 80% der Probleme verursachen. Es wird mithilfe des Pareto-Diagramms visualisiert, welches auf vorhandenen Daten basiert und die Anteile verschiedener Untergruppen als Säulen in absteigender Höhe darstellt. Das Pareto-Prinzip ist ein einfach anzuwendendes Q7 Qualitätswerkzeug, das bei knappen Ressourcen Prioritäten und eine sinnvolle Abarbeitungsreihenfolge vorgibt und schnelle Gruppenentscheidungen und zielorientiertes Handeln unterstützt.

Wie wird ein Pareto-Diagramm erstellt?

Das Pareto-Diagramm wird erstellt, indem vorhandene Daten in Form von Säulen in absteigender Höhe visualisiert werden. Jede Säule repräsentiert dabei den Anteil einer bestimmten Untergruppe an der Gesamtmenge. Alle Säulen addiert ergeben 100%. Das Pareto-Prinzip mit der 80-20-Regel besagt, dass 20% der Fehlerursachen für 80% der Fehlerkosten verantwortlich sind. Wenn Ressourcen knapp sind, gibt es Prioritäten und eine sinnvolle Abarbeitungsreihenfolge vor. Das Pareto-Diagramm kann nur erstellt werden, wenn die Daten bereits elektronisch vorliegen.

Anwendungsbeispiele des Pareto-Diagramms

Anwendungsbeispiele des Pareto-Diagramms in der industriellen Qualitätssicherung sind beispielsweise die Identifikation der häufigsten Produktionsfehler oder -probleme, die Aufdeckung der Hauptursachen für Qualitätsabweichungen und die Identifikation von Engpässen im Fertigungsprozess. Durch die Visualisierung der Daten als Säulen in absteigender Höhe gibt das Pareto-Diagramm eine schnelle Übersicht über die am häufigsten auftretenden Probleme und zeigt somit Prioritäten und sinnvolle Abarbeitungsreihenfolgen auf. Es kann auch dazu beitragen, Ressourcen effektiver einzusetzen und die Produktqualität zu verbessern.

Ishikawa-Diagramm - Fischgrätendiagramm oder Ursache-Wirkungs-Diagramm

Grundlagen des Ishikawa-Diagramms

Ein Manager sollte über die Grundlagen des Ishikawa-Diagramms Bescheid wissen, da es ein wichtiges Qualitätswerkzeug ist, das bei der Problemlösung und der Ursachenanalyse eingesetzt wird. Es wird auch als Ursache-Wirkungs-Diagramm oder Fishbone-Diagramm bezeichnet, da es die Ursachen eines Problems wie Fischgräten darstellt. Das Diagramm ist gut zur Teamarbeit geeignet und wird typischerweise in vielen problemlösungsorientierten Ansätzen, wie Lean A3-Problemlösungsblatt, 8D-Report und Six Sigma Werkzeugen, eingesetzt. Es hilft, die Ursachen eines Problems systematisch zu identifizieren und die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Faktoren zu verstehen. Ein Ishikawa-Diagramm besteht aus einer horizontalen Linie, die das Problem darstellt, und sich verzweigenden Linien, die die verschiedenen Ursachen repräsentieren. Die Hauptkategorien der Ursachen sind auf den horizontalen Linien dargestellt, und die dazugehörigen Unterursachen werden an den sich verzweigenden Linien dargestellt. Es ist wichtig, das Diagramm so detailliert wie möglich zu gestalten, um eine effektive Problemlösung zu ermöglichen.

Anwendungsgebiete und Kategorien des Ishikawa-Diagramms

Ein Manager sollte wissen, dass das Ishikawa-Diagramm ein wichtiges Werkzeug zur Fehleranalyse und -lösung ist. Das Diagramm wird auch als Ursache-Wirkungs-Diagramm bezeichnet und ist eine Methode des systematischen Brainwritings. Es hilft, die möglichen Ursachen von Problemen zu identifizieren und bietet eine Struktur, um diese in Kategorien zu ordnen. Die Kategorien des Ishikawa-Diagramms umfassen die Bereiche Maschine, Methode, Material, Mitarbeiter, Messung und Umgebung.

Best Practices bei der Anwendung des Ishikawa-Diagramms

Best Practices bei der Anwendung des Ishikawa-Diagramms sind:

  1. Klare Definition des Problems und Zielsetzung: Bevor das Ishikawa-Diagramm erstellt wird, sollten das Problem und das Ziel klar und SMART definiert werden. So kann man sicherstellen, dass das Diagramm auf das Ziel ausgerichtet ist und das Problem genau erfasst.
  2. Effektive Teamarbeit: Das Ishikawa-Diagramm wird am besten in einer Teamumgebung erstellt, um eine Vielzahl von Perspektiven und Ideen zu berücksichtigen. Die Teammitglieder sollten über entsprechendes Fachwissen verfügen und in der Lage sein, die Ursachen des Problems zu identifizieren.
  3. Strukturierung der Ursachen: Es ist wichtig, die Ursachen des Problems in logischer Reihenfolge und nach Kategorien zu ordnen. Die Kategorien können je nach Art des Problems variieren, aber typischerweise gehören sie zu den Bereichen Mensch, Maschine, Material, Methode, Umwelt und Management. Durch die Kategorisierung der Ursachen wird das Diagramm übersichtlicher und einfacher zu interpretieren.

Klare und verständliche Darstellung: Das Ishikawa-Diagramm sollte einfach und verständlich gestaltet sein, um die Analyse und Lösung des Problems zu erleichtern. Es ist wichtig, dass die Ursachen klar und präzise formuliert werden und dass die Verbindungen zwischen den Ursachen und dem Problem deutlich dargestellt werden.

Regelmäßige Aktualisierung: Das Ishikawa-Diagramm sollte regelmäßig aktualisiert werden, um sicherzustellen, dass es auf dem neuesten Stand ist und dass neue Ursachen hinzugefügt oder alte Ursachen entfernt werden, je nachdem, wie sich das Problem entwickelt.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess: Das Ishikawa-Diagramm sollte nicht als Einmalprojekt betrachtet werden, sondern als Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Manager sollten sicherstellen, dass die Lösungen umgesetzt und die Ergebnisse regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass das Problem dauerhaft behoben wird und sich nicht wiederholt.

Korrelationsdiagramm - Streudiagramm, Scatterplot oder Korrelationsgraph

Wie wird ein Korrelationsdiagramm erstellt?

Um ein Korrelationsdiagramm zu erstellen, müssen zuerst die beiden Parameter ausgewählt werden, die miteinander korrelieren sollen. Anschließend werden diese Parameter auf den Achsen des Diagramms eingetragen. Zu jedem Wertepaar wird dann ein x oder Punkt in das Diagramm eingezeichnet, um eine Punktewolke zu erzeugen. Wenn eine Gerade durch die Punktewolke gezeichnet werden kann, gibt es eine Korrelation zwischen den beiden Parametern. Eine positive Korrelation wird durch eine aufsteigende Gerade mit positiver Steigung dargestellt, während eine negative Korrelation durch eine absteigende Gerade mit negativer Steigung dargestellt wird. Für ein aussagekräftiges Ergebnis sind in der Regel 30-100 Wertepaare erforderlich. Das Korrelationsdiagramm ist ein nützliches Werkzeug, um die Beziehung zwischen verschiedenen Merkmalen grafisch darzustellen.

Beispiel einer Anwendung des Korrelationsdiagramms

Korrelationsdiagramme werden typischerweise genutzt, um die Abhängigkeit zwischen zwei Parametern grafisch darzustellen und um eine Korrelation zwischen den beiden Parametern zu erkennen. Ein Beispiel aus der Industrie wäre die Verwendung von Korrelationsdiagrammen in der Produktionsanalyse, um Zusammenhänge zwischen den Parametern zu finden und Prozesse zu optimieren.

Flussdiagramm - Ablaufdiagramme, Prozessflussdiagramme oder Arbeitsablaufdiagramme

Was ist ein Flussdiagramm?

Flussdiagramme sind Visualisierungen von Prozessen mithilfe einfacher Symbole, welche Ereignisse, Aktivitäten und Entscheidungen darstellen. Sie helfen dabei, Abläufe besser zu verstehen und zu optimieren. Flussdiagramme sind nützlich für das Qualitätsmanagement, um Prozesse zu dokumentieren, zu analysieren und Verbesserungen vorzunehmen. Sie werden in verschiedenen Branchen wie der Industrie, im Gesundheitswesen und im Finanzwesen eingesetzt, um Prozesse zu optimieren und die Qualität zu verbessern.

Ein Flussdiagramm ist eine vereinfachte Darstellung eines Prozesses, die die Schritte in einer bestimmten Reihenfolge darstellt und einfache Symbole verwendet. Ein Ablaufdiagramm zeigt ähnlich wie das Flussdiagramm die Schritte eines Prozesses, jedoch mit mehr Detail und zeigt typischerweise auch Entscheidungspunkte und mögliche Ergebnisse auf. Ein Prozessflussdiagramm konzentriert sich auf die Reihenfolge der Schritte in einem Prozess und zeigt auch die verschiedenen Abteilungen oder Rollen, die an jedem Schritt beteiligt sind. Ein Arbeitsablaufdiagramm ist ähnlich wie ein Prozessflussdiagramm, jedoch mit mehr Detail und zeigt typischerweise auch die spezifischen Aufgaben oder Aktivitäten, die von einer bestimmten Person oder Abteilung durchgeführt werden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Diagramme je nach Zweck und Kontext variieren können und daher unterschiedliche Namen haben können.

Wie wird ein Flussdiagramm erstellt?

Ein Flussdiagramm kann erstellt werden, indem man den Prozess in Schritten analysiert und dokumentiert. Es werden einfache Symbole wie Rechtecke, Rauten und Pfeile verwendet, um Ereignisse, Aktivitäten und Entscheidungen zu visualisieren. Es ist wichtig, den Prozess aus der Perspektive des Kunden zu betrachten und alle beteiligten Personen in die Erstellung des Flussdiagramms einzubeziehen, um sicherzustellen, dass alle relevanten Schritte erfasst werden. Das Flussdiagramm kann dann dazu verwendet werden, den Prozess zu analysieren, Verbesserungen zu identifizieren und Engpässe und Probleme zu beseitigen. Es ist auch eine wichtige Grundlage für die Implementierung von Maßnahmen zur Prozessoptimierung und -steuerung.

Anwendungsbeispiele des Flussdiagramms

Das Flussdiagramm wird bei der Prozessoptimierung in der Fertigung für verschiedene Anwendungsbeispiele eingesetzt. Ein Beispiel wäre die Analyse des Fertigungsprozesses, um Engpässe und unproduktive Schritte zu identifizieren und zu beseitigen.

Ein weiteres Beispiel wäre die Verbesserung der Lieferantenkette, indem man den Prozess von der Beschaffung bis zur Lieferung an den Kunden visualisiert und optimiert. Schließlich kann das Flussdiagramm auch genutzt werden, um die Qualität zu verbessern, indem man die Schritte identifiziert, die für die Entstehung von Fehlern verantwortlich sind, und diese gezielt angeht.

Die Bedeutung der Q7 Qualitätswerkzeuge in der Qualitätssicherung

Die Q7 Qualitätswerkzeuge in der Norm DIN EN ISO 9001:2015

Die Q7 Qualitätswerkzeuge sind von großer Bedeutung in der Norm DIN EN ISO 9001:2015, da sie Unternehmen bei der Qualitätssicherung unterstützen. Die sieben Werkzeuge lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: die Fehlererfassung und die Fehleranalyse. Das Pareto-Diagramm ist ein einfach anzuwendendes Werkzeug, das auf vorhandene Daten basierend die jeweiligen Anteile verschiedener Untergruppen als Säulen visualisiert. Regelkarten werden bei der statistischen Prozesskontrolle genutzt und ermöglichen ein frühes Eingreifen, wenn Prozesse aus ihrem stabilen Verhalten herauslaufen. Das Flussdiagramm skizziert vereinfacht alle Ereignisse, Aktivitäten und Entscheidungen eines Prozesses. Das Korrelationsdiagramm stellt den Zusammenhang, die Beziehung verschiedener Merkmale grafisch dar. Das Ishikawa Diagramm ist zur Teamarbeit geeignet und enthält typischerweise in vielen problemlösungsorientierten Ansätzen.

Die Unterscheidung zwischen Fehlererfassung und Fehleranalyse

Es ist wichtig, zwischen Fehlererfassung und Fehleranalyse zu unterscheiden, da die beiden Schritte unterschiedliche Ziele und Methoden haben. Die Fehlererfassung bezieht sich darauf, Daten über Fehler und Probleme zu sammeln, die im Qualitätsmanagement auftreten. Hierbei werden Werkzeuge wie die Fehlersammelkarte oder das Pareto-Diagramm eingesetzt, um den Umfang und die Schwere der Probleme zu erfassen und eine Priorisierung zu ermöglichen. Die Fehleranalyse dagegen dient der Ursachenforschung und der Identifizierung von Maßnahmen zur Beseitigung der Ursachen. Hierbei kommen Werkzeuge wie das Ishikawa-Diagramm oder das Korrelationsdiagramm zum Einsatz. Durch die Unterscheidung und Anwendung dieser beiden Schritte können Unternehmen Probleme gezielt lösen und gleichzeitig ihre Prozesse kontinuierlich verbessern.

Vorteile der Verwendung von Q7 Qualitätswerkzeugen in der Qualitätssicherung

Als Manager können Sie von der Verwendung der Q7 Qualitätswerkzeuge in der Qualitätssicherung profitieren. Hier sind 10 Vorteile:

  1. Verbesserte Transparenz: Die Q7 Qualitätswerkzeuge helfen bei der Visualisierung von Prozessen und Fehlerursachen. Dadurch können Sie Probleme leichter erkennen und beseitigen.
  2. Effizientere Prozesse: Durch die Anwendung von Regelkarten und Pareto-Diagrammen können Sie die Prozesse kontinuierlich verbessern und effizienter gestalten.
  3. Reduzierung von Fehlern: Die Fehlererfassung und -analyse mithilfe der Q7 Werkzeuge ermöglicht eine frühzeitige Erkennung und Beseitigung von Fehlern, was letztendlich zu einer Reduzierung von Fehlerkosten führt.
  4. Priorisierung von Problemen: Das Pareto-Diagramm gibt bei knappen Ressourcen die Prioritäten und eine sinnvolle Abarbeitungsreihenfolge vor.
  5. Bessere Zusammenarbeit im Team: Das Ishikawa Diagramm / Ursache-Wirkungs-Diagramm fördert die Zusammenarbeit im Team und ermöglicht eine systematische Problemlösung.
  6. Vermeidung von Fehlinvestitionen: Die Anwendung von Korrelationsdiagrammen / Streudiagrammen hilft bei der Identifikation von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Merkmalen und kann Fehlinvestitionen vermeiden.
  7. Früherkennung von Trends: Regelkarten ermöglichen eine zeitliche Darstellung zur Prozessbewertung hinsichtlich Qualitätskriterien und zur Prozessstabilität, wodurch frühzeitig Trends oder untypische Veränderungen erkannt werden können.
  8. Effektivere Entscheidungsfindung: Das Pareto-Diagramm unterstützt schnelle Gruppenentscheidungen und ein zielorientiertes Handeln.
  9. Steigerung der Mitarbeitermotivation: Durch die systematische Anwendung der Q7 Qualitätswerkzeuge können Sie Ihre Mitarbeiter aktiv in die Verbesserung von Prozessen und der Qualitätssicherung einbeziehen, was letztendlich die Motivation steigern kann.
  10. Erfüllung von Qualitätsstandards: Die Q7 Qualitätswerkzeuge sind in der Norm DIN EN ISO 9001:2015 vorgesehen und helfen Unternehmen bei der Erfüllung von Qualitätsstandards.

Manager sollten beachten, dass die Anwendung von Q7 Qualitätswerkzeugen nicht als isolierte Maßnahme betrachtet werden sollte, sondern als Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert die Unterstützung aller Mitarbeiter und eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen, um langfristig von den Vorteilen profitieren zu können.

Q7 Wissenstest und Lean Six Sigma Prüfungsfragen mit Lösungen

Viel Spaß beim Q7-Wissenstest!

Alle Antworten in den nachfolgenden Beispielen sind korrekt. Sie können also bedenkenlos lernen und Ihr Wissen über Q7 vertiefen.

Einsatzgebiete und Verwendung der Q7 Qualitätswerkzeuge

1/ Die sieben Qualitätswerkzeuge Q7 werden bei der Bearbeitung von Qualitätsproblemen eingesetzt: Fehlersammelkarte, Histogramm, Regelkarte, Pareto-Diagramm.

  • Flussdiagramm zur Visualisierung eines Prozesses mit einfachen Symbolen
  • Korrelationsdiagramm / Streudiagramm, zeigt statistische Zusammenhänge auf
  • Ursache-Wirkungs-Diagramm / Ishikawa Diagramm, systematisches Brainwriting

Das Pareto-Diagramm

2/ Das Pareto-Diagramm zeigt basierend auf vorhandene Daten die jeweiligen Anteile verschiedener Untergruppen als Säule. Alle Säulen aufsummiert ergeben 100%. Das Pareto-Prinzip mit der 80-20-Regel ist ein einfach anzuwendendes Q7 Qualitätswerkzeug, wenn die Daten bereits elektronisch vorliegen.

  • Das Pareto-Diagramm visualisiert mittels Säulen in absteigender Höhe schnell und intuitiv.
  • Es unterstützt schnelle Gruppenentscheidungen und ein zielorientiertes Handeln.
  • Das Pareto-Diagramm gibt bei knappen Ressourcen die Prioritäten und sinnvolle Abarbeitungsreihenfolge vor.

Regelkarten zur statistischen Prozesskontrolle SPC

3/ Regelkarten werden bei der statistischen Prozesskontrolle SPC (statistical process control) genutzt. Hiermit lassen sich nach verschiedenen Kriterien und Regelkartentypen Prozesse überwachen und sogar frühzeitig Trends oder untypische Veränderungen erkennen. Regelkarten gehören zu den sieben Qualitätswerkzeugen und werden im präventiven Qualitätsmanagement eingesetzt.

  • Bei Einführung von Regelkarten beschäftigt man sich intensiver mit dem benötigten Prozessverhalten.
  • Regelkarten ermöglichen ein frühes Eingreifen, wenn Prozesse aus ihrem stabilen Verhalten herauslaufen.
  • Ermöglichen eine zeitliche Darstellung zur Prozessbewertung hinsichtlich Qualitätskriterien und zur Prozessstabilität.

Die Fehlersammelkarte

4/ Die Fehlersammelkarte ist ein grundlegendes Q7 Qualitätswerkzeug. Die einfachste Version ist eine Strichliste, wie oft z.B. ein Fehler bei welchem Prozessschritt auftritt. Die Fehlerkarte hat einige Nachteile.

  • Übersichtlichkeit nur mit geringen Datenmengen und geringen Faktoren möglich
  • Fehlersammelkarten machen Arbeit und werden oft nicht nach temporärer Durchführung zurückgenommen
  • Die Datenqualität hängt von der Disziplin der aufnehmenden Person ab

Erstellung eines Korrelationsdiagramms / Streudiagramms

5/ Die Erstellung eines Korrelationsdiagramms / Streudiagramms ist hilfreich, um die Abhängigkeit zwischen zwei Parametern grafisch darzustellen. In einem Diagramm werden an den Achsen die zwei Parameter eingetragen und zu jedem ermittelten Wertepaar ein x oder Punkt eingezeichnet.

  • Für ein aussagekräftiges Ergebnis benötigt 30, 50 ja bis zu 100 Wertepaare
  • Es entsteht eine sogenannte Punktewolke und wenn man eine Gerade reinzeichnen kann, dann gibt es eine Korrelation
  • Man erkennt positive und negative Korrelationen (positiv = aufsteigen, + Steigung und negativ = absteigend, - Steigung)

Ishikawa Diagramm / Ursache-Wirkungs-Diagramm

6/ Das Ishikawa Diagramm / Ursache-Wirkungs-Diagramm ist sehr gut zur Teamarbeit geeignet. Als Q7 Qualitätswerkzeug ist seine Verwendung typischerweise in vielen problemlösungsorientierten Ansätzen enthalten. Ein Punkt stimmt nicht.

  • In dem Lean A3-Problemlösungsblatt
  • In dem 8D-Report / 8D-Bericht
  • In den Six Sigma Werkzeugen

Die sieben Qualitätswerkzeuge und die Norm DIN EN ISO 9001:2015

7/ Die sieben Qualitätswerkzeuge wurden von dem Japaner Kooru Ishikawa zusammengestellt und helfen Unternehmen weiterhin bei der Qualitätssicherung entsprechend der Norm DIN EN ISO 9001:2015 Die Q7 Qualitätswerkzeuge lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: Die Fehlererfassung und die Fehleranalyse.

  • Pareto-Diagramm, 20% Fehlerursachen bewirken 80% der Fehlerkosten
  • Flussdiagramm, skizziert vereinfacht alle Ereignisse, Aktivitäten und Entscheidungen eines Prozesses
  • Korrelationsdiagramm, stellt den Zusammenhang, die Beziehung verschiedener Merkmale grafisch dar

Wir freuen uns auf ein Gespräch

Wir unterstützen Sie gerne und bringen einen ganzen Koffer voller Erfahrungen und Best Practices mit.

Wenn Sie uns nicht direkt erreichen, bitte schreiben Sie uns. Hilfreich wären ein paar Stichworte, wie wir Ihnen helfen können. Vielen Dank.

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