Qualitätsführung und Qualitätsmanagement in der Industrie - Prinzipien und Elemente

von Bernd Harengel

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(1.) Einleitung: Die Bedeutung von Qualitätsführung und Qualitätsmanagement

Qualitätsführung und Qualitätsmanagement sind unverzichtbare Bestandteile für Unternehmen in der Industrie, um ihre Produkte und Dienstleistungen auf höchstem Niveau anzubieten. In diesem Leitfaden präsentieren wir eine detaillierte Herangehensweise zur Bewertung der Effektivität Ihrer Qualitätsführung und deren nahtlose Integration mit einem erfolgreichen Qualitätsmanagementsystem (QMS).

 

Die Verbindung von Qualitätsführung und Qualitätsmanagement

Der Leitfaden soll den Lesern eine klare Vorstellung davon vermitteln, wie Qualitätsführung, Qualitätsmanagement und die operative Qualitätssicherung eng miteinander verbunden sind. Dabei berücksichtigen wir insbesondere die Herausforderungen und Chancen, die sich in dezentralen Organisationsstrukturen ergeben.

 

Erläuterung der grundlegenden Prinzipien und Elemente

Wir werden die grundlegenden Prinzipien, Elemente und kulturellen Aspekte der Qualitätsführung ausführlich erläutern und praktische Empfehlungen und Tipps vorstellen, wie Unternehmen in solchen Strukturen ihre Qualitätsziele erreichen können.

 

Zielsetzung des Leitfadens

Unser Ziel ist es, Ihnen nicht nur ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von Qualitätsführung und Qualitätsmanagement zu vermitteln, sondern Ihnen auch konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben, um Ihr Unternehmen auf Erfolgskurs zu bringen.

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(2.) Was ist Qualitätsführung?

Qualitätsführung ist nicht bloß ein Konzept, sondern ein ganzheitlicher Ansatz, der sicherstellt, dass die Qualität von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen in einem Unternehmen kontinuierlich verbessert wird. Dieses Modell umfasst verschiedene Funktionen, Prozesse und Verknüpfungen zur Organisation, Kommunikation, Wissensvermittlung und Unternehmenskultur.

(2.1) Vergleich und Definition: Qualitätsführung, Qualitätspolitik und Qualitätsmanagementsystem (QMS)

Qualitätsführung, Qualitätspolitik und Qualitätsmanagementsystem (QMS) sind miteinander verbunden, haben jedoch unterschiedliche Bedeutungen und Funktionen

 

Definition: Was ist Qualitätsführung:

  • Qualitätsführung ist der umfassende Ansatz, der sicherstellt, dass die Qualität von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen kontinuierlich verbessert wird. Es ist eine übergeordnete Strategie, die darauf abzielt, eine Qualitätskultur im gesamten Unternehmen zu etablieren.
  • Die Prinzipien und Elemente der Qualitätsführung bilden das Fundament dieses Ansatzes. Dazu gehören die Kundenorientierung, kontinuierliche Verbesserung, Führung und Engagement, Mitarbeiterbeteiligung, Prozessorientierung, Fehlervermeidung und weitere. Diese Prinzipien sind entscheidend für die Schaffung einer Umgebung, in der Qualität als oberste Priorität betrachtet wird und in der alle Mitarbeiter dazu ermutigt werden, sich aktiv an der Qualitätssicherung zu beteiligen.

 

Definition: Was ist Qualitätspolitik:

  • Die Qualitätspolitik ist ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätsführung eines Unternehmens und stellt eine offizielle Erklärung oder Verpflichtung zur Qualität dar. Sie definiert die Grundsätze, Werte und Ziele, die das Unternehmen in Bezug auf Qualität verfolgt. Diese Grundsätze umfassen typischerweise Aspekte wie kontinuierliche Verbesserung, Kundenorientierung, Einhaltung von Qualitätsstandards und -richtlinien sowie die Förderung einer Qualitätskultur im gesamten Unternehmen.
  • Die Qualitätspolitik kann als integraler Bestandteil des Unternehmensleitbilds in Bezug auf Qualität betrachtet werden. Sie gibt den Ton für die Qualitätspolitik und -strategie des Unternehmens vor und dient als Leitfaden (formuliert als Leitbild) für alle Mitarbeiter und Stakeholder. Durch die klare Festlegung von Grundsätzen und Zielen hilft die Qualitätspolitik sicherzustellen, dass das Unternehmen seine Qualitätsziele erreicht.
  • Die Qualitätspolitik bildet die Grundlage für die Schaffung einer Qualitätskultur im Unternehmen. Sie ist nicht nur ein formales Dokument, sondern ein dynamisches Instrument, das die Unternehmenskultur beeinflusst und zur kontinuierlichen Verbesserung beiträgt. Durch die Einbettung von Qualitätsprinzipien in die Unternehmensstrategie und -kultur trägt die Qualitätspolitik maßgeblich zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und Kundenorientierung des Unternehmens bei.

 

Definition: Was ist ein Qualitätsmanagementsystem (QMS):

  • Ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) ist ein strukturierter Ansatz zur Organisation, Lenkung und kontinuierlichen Verbesserung der Qualitätsführung im Unternehmen. Es dient dazu, sicherzustellen, dass die Qualitätsziele erreicht werden, indem es alle relevanten Prozesse plant, umsetzt, überwacht und verbessert, die die Qualität von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen beeinflussen.
  • Das QMS basiert auf den Prinzipien und Elementen der Qualitätsführung. Diese Prinzipien, wie Führung und Vision, Planung, Umsetzung, Überprüfung, Verbesserung, sowie verschiedene Prozesse wie Risikomanagement, Qualitätskontrolle und Kundenfeedback, sind eng mit den Zielen des QMS verbunden und bilden zusammen das Rückgrat des Qualitätsmanagements im Unternehmen.
  • Die Inhalte des QMS werden üblicherweise in verschiedenen Dokumenten wie Qualitätsrichtlinien, Qualitätsprozessen und Qualitätsdokumentationen formalisiert und implementiert. Diese Dokumente dienen als Leitfaden für die Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass die Qualitätsziele des Unternehmens erreicht werden und um einen Rahmen für die kontinuierliche Verbesserung zu bieten.

(2.2) Funktionen der Qualitätsführung

Qualitätsführung umfasst eine Vielzahl von Funktionen und Prozessen, die darauf abzielen, die Qualität von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen in einem Unternehmen sicherzustellen und kontinuierlich zu verbessern.

  • Führung und Vision: Auf der Führungsebene wird eine klare Vision für die Qualität im Unternehmen festgelegt und aktiv unterstützt. Die Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle dabei, eine Kultur der Qualitätsexzellenz zu fördern und die Mitarbeiter dazu zu inspirieren, sich für Qualitätsziele einzusetzen.
  • Planung: Ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätsführung ist die strategische Planung. In diesem Schritt werden Ziele, Strategien und Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -verbesserung entwickelt. Die Planung legt den Rahmen fest, innerhalb dessen die Qualitätsziele erreicht werden sollen.
  • Umsetzung: Die effektive Implementierung von Qualitätsstandards, -verfahren und -systemen in allen Unternehmensbereichen ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Qualitätsführung. Dies erfordert eine klare Kommunikation und Schulung der Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass die Qualitätsanforderungen erfüllt werden.
  • Überprüfung: Regelmäßige Überprüfungen und Audits sind entscheidend, um die Wirksamkeit der Qualitätsmaßnahmen zu bewerten und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Dieser Schritt ermöglicht es dem Unternehmen, sich kontinuierlich zu verbessern und Qualitätsprobleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
  • Verbesserung: Ein zentrales Prinzip der Qualitätsführung ist die kontinuierliche Verbesserung. Dabei werden Feedback und Erkenntnisse aus Überprüfungen genutzt, um Prozesse und Ergebnisse zu optimieren und die Qualität kontinuierlich zu steigern.

 

Prozesse der Qualitätsführung:

  • Risikomanagement: Die Identifizierung, Bewertung und Bewältigung von Risiken ist entscheidend für die Sicherstellung der Qualität und die Vermeidung von Fehlern. Ein effektives Risikomanagement minimiert potenzielle Gefahren für die Qualität und trägt zur langfristigen Stabilität des Unternehmens bei.
  • Qualitätskontrolle: Durch Inspektionen und Tests wird sichergestellt, dass Produkte und Prozesse den festgelegten Qualitätsstandards entsprechen. Die Qualitätskontrolle ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass nur Produkte von höchster Qualität an die Kunden geliefert werden.
  • Kundenfeedback: Die kontinuierliche Erfassung und Analyse von Kundenfeedback ermöglicht es Unternehmen, die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Kunden besser zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Kundenfeedback ist ein wertvolles Instrument zur kontinuierlichen Verbesserung und zur Steigerung der Kundenzufriedenheit.

 

Verknüpfungen mit anderen Unternehmensbereichen:

  • Organisation: Klar definierte Organisationsstrukturen und Zuständigkeiten sind erforderlich, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter wissen, wer für die Qualität in ihren jeweiligen Bereichen verantwortlich ist. Eine gut organisierte Unternehmensstruktur erleichtert die Umsetzung von Qualitätsstandards und -verfahren.
  • Kommunikation: Eine offene und transparente Kommunikation über Qualitätsstandards, -verfahren und -ziele ist entscheidend, um das Engagement aller Mitarbeiter für die Qualitätssicherung zu fördern. Klare Kommunikation ermöglicht es den Mitarbeitern, ihre Rolle bei der Sicherstellung der Qualität zu verstehen und sich aktiv einzubringen.
  • Wissen und Schulung: Durch Schulungen und Weiterbildungen wird sichergestellt, dass alle Mitarbeiter über das erforderliche Wissen und die Fähigkeiten verfügen, um ihre Aufgaben mit hoher Qualität auszuführen. Eine kontinuierliche Weiterbildung trägt dazu bei, die Qualität der Arbeit zu verbessern und die Kompetenz der Mitarbeiter zu stärken.
  • Unternehmenskultur: Eine Unternehmenskultur, die Qualität als oberste Priorität betrachtet und eine Atmosphäre der Exzellenz fördert, ist entscheidend für den Erfolg der Qualitätsführung. Eine positive und unterstützende Unternehmenskultur motiviert die Mitarbeiter, ihr Bestes zu geben und sich kontinuierlich für die Qualität zu engagieren.

Qualitätsführung ist somit mehr als nur ein Prozess oder eine Strategie - es ist eine umfassende Philosophie, die die gesamte Organisation durchdringt und eine Kultur der Exzellenz, Innovation und kontinuierlichen Verbesserung schafft.

(2.3) Überwachung, Messung und Anpassung in der Qualitätsführung

Die Überwachung, Messung und Anpassung sind entscheidende Schritte in der Qualitätsführung, die sicherstellen, dass die Qualität von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen kontinuierlich verbessert wird. Diese Aspekte sind integraler Bestandteil eines ganzheitlichen Ansatzes zur Qualitätssicherung und -verbesserung in einem Unternehmen.

  1. Überwachung: Die Überwachung bezieht sich auf die regelmäßige Beobachtung und Überprüfung von Prozessen, um sicherzustellen, dass sie den Qualitätsstandards entsprechen. Dies umfasst die Verfolgung von Leistungskennzahlen, die Identifizierung potenzieller Probleme und die frühzeitige Erkennung von Abweichungen von den Qualitätsanforderungen. Durch eine kontinuierliche Überwachung können Unternehmen risikobasiert rechtzeitig auf Qualitätsprobleme reagieren und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung ergreifen.
  2. Messung: Die Messung beinhaltet die quantitative Bewertung von Prozessen, Produkten oder Dienstleistungen mithilfe von geeigneten Metriken und Kennzahlen. Diese Messungen ermöglichen es Unternehmen, die Leistung und Effektivität ihrer Qualitätsmaßnahmen zu bewerten und objektive Daten zur Entscheidungsfindung zu verwenden. Durch die Festlegung klar definierter Messgrößen können Unternehmen den Fortschritt in Richtung ihrer Qualitätsziele verfolgen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.
  3. Anpassung: Die Anpassung bezieht sich auf die Reaktion auf die Ergebnisse der Überwachung und Messung, um Qualitätsprobleme zu beheben und Prozesse kontinuierlich zu verbessern. Dies kann Änderungen in den Verfahren, Schulungen der Mitarbeiter oder die Implementierung neuer Technologien umfassen. Die Fähigkeit zur Anpassung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass das Unternehmen flexibel bleibt und sich an sich ändernde Anforderungen und Umstände anpassen kann.

Durch die Kombination von Überwachung, Messung und Anpassung können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Qualitätsführung effektiv ist und kontinuierliche Verbesserungen erzielt werden. Dies trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, Kundenanforderungen zu erfüllen und eine Kultur der Exzellenz im gesamten Unternehmen zu fördern.

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(3.) Die Verbindung von Qualitätsführung und QMS

Ein effektives Qualitätsmanagementsystem (QMS) ist entscheidend für die Umsetzung einer erfolgreichen Qualitätsführung in einem Unternehmen. Die Integration risikobasierter Ansätze und die Identifikation von Chancen entsprechend ISO 9001 in das QMS ermöglicht es, Qualitätsziele effektiv zu verfolgen, Risiken proaktiv anzugehen und Chancen für kontinuierliche Verbesserungen zu nutzen. Dabei spielen sowohl die Strukturierung als auch die kontinuierliche Überwachung und Anpassung des QMS eine maßgebliche Rolle.

(3.1) Integration risikobasierter Ansätze

Ein funktionierendes QMS beruht auf einem risikobasierten Ansatz, der es ermöglicht, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu handhaben. Dies beinhaltet die Identifizierung von Risiken in verschiedenen Prozessen und die Entwicklung von Maßnahmen zur Risikominimierung oder Vermeidung. Durch die Integration dieser Ansätze in das QMS können Unternehmen ihre Qualitätssicherung optimieren und die Erfüllung von Kundenanforderungen sicherstellen.

 

(3.2) Identifikation von Chancen

Die Identifikation von Chancen ist ein weiterer wichtiger Aspekt eines effektiven QMS gemäß ISO 9001. Durch die systematische Analyse von Prozessen und Geschäftsabläufen können Unternehmen potenzielle Verbesserungsmöglichkeiten identifizieren, die dazu beitragen, die Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Die Integration dieser Chancen in das QMS ermöglicht es Unternehmen, kontinuierliche Verbesserungen voranzutreiben und langfristig erfolgreich zu sein.

(3.3) Vorteile eines effektiven QMS

Ein effektives QMS bietet eine Vielzahl von Vorteilen für Unternehmen, darunter:

  • Verbesserte Produkt- und Servicequalität: Durch die Implementierung eines QMS können Unternehmen die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich überwachen und verbessern, was zu einer höheren Kundenzufriedenheit und einem besseren Ruf führt.
  • Effizienzsteigerung: Ein gut strukturiertes QMS optimiert die Abläufe und Prozesse im Unternehmen, was zu einer Steigerung der Effizienz und einer Reduzierung von Verschwendung führt.
  • Risikominimierung: Durch die Integration risikobasierter Ansätze können Unternehmen potenzielle Risiken frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um negative Auswirkungen zu minimieren.
  • Einhaltung gesetzlicher Anforderungen: Ein QMS hilft Unternehmen dabei, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Branchenstandards sicherzustellen, was zu einer Reduzierung von Haftungsrisiken und rechtlichen Problemen führt.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Durch die systematische Identifikation von Chancen und die Integration in das QMS können Unternehmen kontinuierliche Verbesserungen vorantreiben und langfristig erfolgreich sein.
  • Effektives Lieferantenmanagement und Supply Chain Management: Ein QMS ermöglicht es Unternehmen, ihre Lieferantenbeziehungen zu verwalten und die Leistung ihrer Lieferanten zu überwachen, was zu einer besseren Kontrolle über die Qualität der gelieferten Materialien und Dienstleistungen führt. Durch ein effektives Supply Chain Management können Unternehmen Engpässe vermeiden und die Lieferketteneffizienz verbessern.
  • Optimierte Beschaffungsprozesse: Ein QMS erleichtert die Überwachung und Kontrolle der Beschaffungsprozesse, was zu einer verbesserten Auswahl von Lieferanten, einer Reduzierung von Beschaffungskosten und einer erhöhten Transparenz in der Lieferkette führt.

(3.4) Prozessdarstellung und Prozessverbesserungswerkzeuge

Zur Dokumentation und Optimierung von Prozessen sowie zur Sicherstellung einer reibungslosen Zusammenarbeit kommen verschiedene Tools zum Einsatz:

  • RACI (Responsible, Accountable, Consulted, Informed): Ein Verantwortlichkeitsmatrix-Tool, das klärt, wer für welche Aufgabe verantwortlich ist.
  • SIPOC (Suppliers, Inputs, Process, Outputs, Customers): Eine Visualisierungstechnik, die die wichtigsten Elemente eines Prozesses identifiziert: Lieferanten, Inputs, Prozessschritte, Outputs und Kunden.
  • Swimlane-Diagramme: Grafische Darstellungen von Prozessen, die die Verantwortlichkeiten verschiedener Abteilungen oder Personen visualisieren und den Ablauf des Prozesses übersichtlich darstellen.
  • Turtle-Modell (auch bekannt als 8W-Methode): Ein grafisches Tool, das komplexe Prozesse in acht Schritte unterteilt und Fragen wie "Was", "Wer", "Wie", "Womit", "Wofür", "Wann", "Wie gut" und "Wohin" beantwortet. Dieses Modell ermöglicht eine detaillierte Analyse und Visualisierung von Prozessen.

Die Integration ausgewählter (und dann auch geschulter) Prozessoptimierungswerkzeuge, Tools, Methoden, Techniken und Ansätze in das QMS trägt dazu bei, die Effizienz der Prozessabläufe zu steigern, die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Parteien zu verbessern und die Qualitätssicherung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu gewährleisten.

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(4.) Stärkung des Qualitätsbewusstseins und Qualitätssicherung

Das Qualitätsbewusstsein aller Mitarbeiter und eine effektive Qualitätssicherung sind grundlegende Pfeiler für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens. Mitarbeiter, die die Bedeutung von Qualität verstehen und aktiv an qualitätsbezogenen Prozessen teilnehmen, tragen maßgeblich zur Sicherung und Verbesserung der Qualität bei.

Durch die Implementierung von Qualitätsstandards, regelmäßige Überwachung und kontinuierliche Verbesserung können Unternehmen ihre Qualitätsziele erreichen und das Vertrauen ihrer Kunden gewinnen.

(4.1) Die Bedeutung der Selbstreflexion für Unternehmen

Eine gründliche Selbstreflexion bildet das Fundament für eine effektive Qualitätsführung in Unternehmen. Bevor Neuausrichtungen oder Verbesserungen im Qualitätsmanagementsystem angegangen werden, ist es entscheidend, sicherzustellen, dass die Werte und das Leitbild des Unternehmens relevant und zielgerichtet sind. Durch die Anwendung eines strukturierten Fragenkatalogs zur Bewertung von Werten und Leitbild können Unternehmen ihre Ausrichtung auf Kundenorientierung, Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit eingehend prüfen. Diese Phase der Selbstreflexion markiert den initiierenden Schritt, um sicherzustellen, dass das Unternehmen auf einem soliden Fundament steht und kontinuierlich seinen Qualitätsstandard verbessert.

 

Insights:

  • Die Selbstreflexion ermöglicht es Unternehmen, ihre Kernwerte und Leitbilder im Kontext der aktuellen Marktanforderungen und Kundenerwartungen zu überdenken.
  • Ein strukturierter Fragenkatalog bietet eine gezielte Methodik, um sicherzustellen, dass alle relevanten Aspekte, einschließlich Kundenorientierung und Effizienz, angemessen berücksichtigt werden.
  • Diese Phase der Selbstreflexion eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Stärken, Schwächen und Potenziale im Bereich der Qualitätsführung zu identifizieren und darauf aufbauend strategische Maßnahmen zu ergreifen.
  • Durch kontinuierliche Selbstreflexion bleiben Unternehmen agil und können sich flexibel an veränderte Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse anpassen, wodurch ihre Qualitätsführung kontinuierlich gestärkt wird.

(4.2) Stakeholder-Management zur Bewältigung von Herausforderungen in dezentralen Strukturen

Das effektive Management der Stakeholder spielt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen, die mit dezentralen Organisationsstrukturen im Qualitätsmanagementsystem einhergehen. Durch die Einbindung aller relevanten Interessengruppen können Unternehmen sicherstellen, dass eine umfassende Betrachtung von Herausforderungen und Lösungen stattfindet. Ein ganzheitlicher Ansatz im Stakeholder-Management fördert die Kooperation, ermöglicht eine konstruktive Konfliktlösung und erleichtert die Konsensbildung. Diese Dynamik trägt dazu bei, die Qualitätssicherung und -führung zu verbessern und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.

 

Insights:

  • In dezentralen Organisationsstrukturen ist es von entscheidender Bedeutung, alle relevanten Stakeholder aktiv einzubeziehen, um sicherzustellen, dass ihre Bedürfnisse und Anliegen angemessen berücksichtigt werden.
  • Ein effektives Stakeholder-Management schafft eine Plattform für den konstruktiven Austausch von Ideen und Meinungen, was wiederum die Innovationskraft des Unternehmens stärkt und zur kontinuierlichen Verbesserung beiträgt.
  • Die Förderung von Kooperation und Konsensbildung durch ein strukturiertes Stakeholder-Management trägt zur Schaffung eines positiven Arbeitsumfelds bei, was wiederum die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter steigert.
  • Durch die proaktive Einbindung der Stakeholder können potenzielle Konflikte frühzeitig erkannt und gelöst werden, was das Risiko von Qualitätsproblemen und deren Auswirkungen auf das Unternehmen minimiert.
  • Ein ganzheitlicher Ansatz im Stakeholder-Management stärkt das Vertrauen der Stakeholder in das Unternehmen und fördert langfristige, stabile Beziehungen, die für den Erfolg des Unternehmens von entscheidender Bedeutung sind.

(4.3) Best Practices für effektives Qualitätsmanagement in dezentralen Strukturen

Die Implementierung bewährter Praktiken ist von entscheidender Bedeutung, um das Qualitätsmanagement in dezentralen Strukturen zu optimieren und eine konsistente Qualitätssicherung zu gewährleisten. Durch die folgenden Best Practices können Unternehmen effektiv auf Herausforderungen reagieren und sicherstellen, dass Qualitätsstandards in allen Bereichen eingehalten werden:

 

Einrichtung einer zentralen Qualitätsmanagementabteilung

Die Schaffung einer zentralen Qualitätsmanagementabteilung ermöglicht eine einheitliche Steuerung und Überwachung der Qualitätsprozesse in allen Unternehmensbereichen. Diese Abteilung fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle qualitätsbezogenen Angelegenheiten und gewährleistet eine konsistente Umsetzung von Qualitätsstandards und -richtlinien.

 

Regelmäßige Schulungen

Durch regelmäßige Schulungen können Mitarbeiter in dezentralen Strukturen mit den neuesten Qualitätsstandards, -verfahren und -technologien vertraut gemacht werden. Diese Schulungen stärken das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter und befähigen sie, ihre Aufgaben im Einklang mit den Qualitätszielen des Unternehmens zu erfüllen.

 

Nutzung von Technologie

Die gezielte Nutzung von Technologie, wie etwa Qualitätsmanagementsystemen (QMS) und digitalen Tools zur Datenerfassung und -analyse, erleichtert die effiziente Durchführung von Qualitätsprozessen und ermöglicht Echtzeitüberwachung und -kontrolle. Dadurch können potenzielle Qualitätsprobleme frühzeitig erkannt und behoben werden.

 

Einrichtung eines Feedback-Mechanismus

Die Einrichtung eines Feedback-Mechanismus ermöglicht es den Mitarbeitern, ihre Erfahrungen, Bedenken und Verbesserungsvorschläge im Zusammenhang mit dem Qualitätsmanagement zu äußern. Ein strukturierter Feedback-Prozess fördert die offene Kommunikation und trägt dazu bei, kontinuierliche Verbesserungen im Qualitätsmanagement zu erzielen.

 

Insights:

  • Die zentrale Qualitätsmanagementabteilung dient als Motor für die Umsetzung von Qualitätsstandards und gewährleistet eine einheitliche Vorgehensweise in allen Unternehmensbereichen.
  • Regelmäßige Schulungen sind entscheidend, um sicherzustellen, dass Mitarbeiter über das erforderliche Wissen und die Fähigkeiten verfügen, um ihre Aufgaben im Einklang mit den Qualitätszielen des Unternehmens zu erfüllen.
  • Die gezielte Nutzung von Technologie ermöglicht eine effiziente Durchführung von Qualitätsprozessen und trägt dazu bei, Qualitätsprobleme frühzeitig zu identifizieren und zu beheben.
  • Ein strukturierter Feedback-Mechanismus fördert die kontinuierliche Verbesserung im Qualitätsmanagement, indem er den Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, ihre Erfahrungen und Ideen einzubringen.

(4.4) Analyse der spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse

Die Entwicklung eines wirksamen Qualitätsmanagementsystems erfordert eine umfassende Analyse der spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse, die in der jeweiligen Branche und Organisation vorhanden sind. Dabei spielen verschiedene Aspekte eine entscheidende Rolle:

 

Kundenzufriedenheit

Die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden müssen genau verstanden und berücksichtigt werden, um ein Qualitätsmanagementsystem zu entwickeln, das auf die Erfüllung ihrer Anforderungen ausgerichtet ist. Die kontinuierliche Verbesserung der Kundenzufriedenheit sollte ein zentrales Ziel des Qualitätsmanagements sein.

 

Risikomanagement

Die Identifizierung, Bewertung und Bewältigung von Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil eines effektiven Qualitätsmanagementsystems. Unternehmen müssen Risiken frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um negative Auswirkungen auf die Produktqualität und Kundenzufriedenheit zu vermeiden.

 

Einhaltung von Standards

Die Einhaltung relevanter Standards, Vorschriften und Normen ist unerlässlich, um die Qualität und Sicherheit der Produkte und Dienstleistungen zu gewährleisten. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihr Qualitätsmanagementsystem den geltenden Anforderungen entspricht und regelmäßig überprüft und aktualisiert wird.

 

Mitarbeiterengagement

Das Engagement und die Motivation der Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg eines Qualitätsmanagementsystems. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter aktiv in den Qualitätsprozess einbinden, Schulungen und Weiterbildungen anbieten und ein positives Arbeitsumfeld schaffen, um ihr Engagement für Qualitätsziele zu fördern.

 

Insights:

  • Die genaue Kenntnis der Kundenbedürfnisse ist entscheidend für die Entwicklung eines maßgeschneiderten Qualitätsmanagementsystems, das auf die Erfüllung dieser Anforderungen ausgerichtet ist.
  • Ein effektives Risikomanagement hilft Unternehmen, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu bewältigen, um die Produktqualität und Kundenzufriedenheit zu gewährleisten.
  • Die Einhaltung von Standards und Normen ist unerlässlich, um die Qualität und Sicherheit der Produkte und Dienstleistungen zu gewährleisten und das Vertrauen der Kunden zu stärken.
  • Das Mitarbeiterengagement ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg eines Qualitätsmanagementsystems und sollte aktiv gefördert und unterstützt werden, um eine kontinuierliche Verbesserung zu ermöglichen.

(4.5) Erfolgsfaktoren und Hindernisse bei der Umsetzung von Qualitätsführung und -management

Die Identifizierung von Erfolgsfaktoren und potenziellen Hindernissen bei der Implementierung von Qualitätsführung und -management ist entscheidend für Unternehmen, um ihre Qualitätsziele effektiv zu erreichen. Das Verständnis dieser Faktoren kann Unternehmen dabei unterstützen, mögliche Stolpersteine frühzeitig zu erkennen und geeignete Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen zu entwickeln.

 

Erfolgsfaktoren:

  • Führung und Engagement des Managements: Eine starke Führung und das Engagement des Managements auf allen Ebenen sind entscheidend für den Erfolg eines Qualitätsmanagementsystems. Das Management muss den Wert von Qualität erkennen und aktiv Maßnahmen zur Förderung einer Qualitätskultur im Unternehmen ergreifen.
  • Mitarbeiterbeteiligung und -engagement: Die Einbindung und das Engagement der Mitarbeiter sind von zentraler Bedeutung für den Erfolg eines Qualitätsmanagementsystems. Mitarbeiter, die die Bedeutung von Qualität verstehen und sich aktiv an qualitätsbezogenen Prozessen beteiligen, tragen maßgeblich zur Qualitätssicherung bei.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Die Förderung einer Kultur kontinuierlicher Verbesserung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein Qualitätsmanagementsystem. Unternehmen müssen Mechanismen etablieren, die es ermöglichen, Prozesse kontinuierlich zu überwachen, zu bewerten und zu verbessern.
  • Klare Kommunikation und Schulung: Eine klare Kommunikation über Qualitätsziele, -standards und -verfahren ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter die Erwartungen des Unternehmens verstehen. Regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen helfen den Mitarbeitern, ihre Fähigkeiten zu verbessern und sich mit den neuesten Qualitätsstandards vertraut zu machen.

 

Hindernisse:

  • Widerstand gegen Veränderungen: Widerstand gegen Veränderungen kann ein erhebliches Hindernis bei der Implementierung von Qualitätsführung und -management darstellen. Mitarbeiter oder Führungskräfte, die gegen Veränderungen im Unternehmen sind, können den Fortschritt behindern und die Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems beeinträchtigen.
  • Mangelnde Ressourcen und Unterstützung: Ein Mangel an finanziellen Ressourcen, Zeit und Unterstützung seitens des Managements kann die Umsetzung eines Qualitätsmanagementsystems erschweren. Ohne ausreichende Ressourcen und Unterstützung können Unternehmen Schwierigkeiten haben, die notwendigen Änderungen vorzunehmen und das Qualitätsmanagement effektiv umzusetzen.
  • Fehlende Integration in die Unternehmenskultur: Wenn das Qualitätsmanagementsystem nicht nahtlos in die Unternehmenskultur integriert ist, kann dies zu Widerstand und Ablehnung führen. Es ist wichtig, dass das Qualitätsmanagement als integraler Bestandteil der Unternehmenskultur wahrgenommen wird und von allen Mitarbeitern akzeptiert und unterstützt wird.
  • Komplexität und Überregulierung: Eine übermäßige Komplexität und Überregulierung des Qualitätsmanagementsystems kann dazu führen, dass Mitarbeiter verwirrt oder überfordert sind und die Umsetzung des Systems behindert wird. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihr Qualitätsmanagementsystem angemessen strukturiert und auf die spezifischen Bedürfnisse ihres Unternehmens zugeschnitten ist.

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(5.) Klare und strategische Führungsinstrumente für dezentral aufgestellte KMUs

In diesem Kapitel werden klar strukturierte und strategische Führungsinstrumente für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) vorgestellt, die über dezentrale Standorte verfügen. Das Ziel besteht darin, Lösungen zu präsentieren, die eine harmonisierte Umsetzung von Qualitätsstandards in verschiedenen Unternehmensbereichen ermöglichen. Dies ist besonders wichtig, um eine konsistente Qualitätssicherung zu gewährleisten und eine effiziente Kommunikation sowie Koordination zwischen den Standorten sicherzustellen.

(5.1) Anforderungen an den prozessorientierten Ansatz nach ISO 9001:2015

Dieser Abschnitt befasst sich mit den Anforderungen gemäß ISO 9001:2015 an den prozessorientierten Ansatz. Hier werden die grundlegenden Prinzipien und Methoden erläutert, um Prozesse im Unternehmen zu definieren, zu steuern und zu verbessern. Dabei stehen die Bestimmung und Festlegung von Prozessen sowie deren Überwachung und kontinuierliche Verbesserung im Fokus.

 

Die neuen Anforderungen gemäß ISO 9001:2015 umfassen:

  • Die Bestimmung und Festlegung der benötigten Prozesse sowie deren Anwendung im Unternehmen.
  • Die Festlegung der erforderlichen Eingaben und erwarteten Ergebnisse der Prozesse.
  • Die Definition der Abfolge und Wechselwirkungen der Prozesse (Prozesslandschaft).
  • Die Festlegung von Kriterien, Methoden und Leistungsindikatoren für das Durchführen und Lenken der Prozesse.
  • Die Bereitstellung der benötigten Ressourcen und die Festlegung von Verantwortlichkeiten und Befugnissen für die Prozesse.
  • Die Berücksichtigung von Risiken und Chancen der Prozesse sowie die Planung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen.
  • Die Festlegung von Methoden für das Überwachen, Messen und Bewerten von Prozessen.
  • Die Identifizierung von Chancen zur Verbesserung der Prozesse und des Qualitätsmanagementsystems.
  • Die Aufrechterhaltung von dokumentierten Informationen zur Unterstützung der geplanten Durchführung der Prozesse.

(5.2) Führungsinstrumente für dezentral aufgestellte KMUs

Hier werden verschiedene Führungsinstrumente und -strategien vorgestellt, die speziell auf die Bedürfnisse dezentral aufgestellter KMUs zugeschnitten sind. Diese Instrumente umfassen die Einrichtung eines zentralen Qualitätsmanagements, regelmäßige Schulungen, die gezielte Nutzung von Technologie, die Einrichtung eines Feedback-Mechanismus sowie die Implementierung von Standardreports und Ad-hoc-Informationen. Ziel ist es, eine einheitliche Umsetzung von Qualitätsstandards über alle Standorte hinweg zu gewährleisten und eine effektive Qualitätskontrolle zu ermöglichen.

Für dezentral aufgestellte KMUs stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, um die Qualitätsstandards zu harmonisieren:

  • Zentrales Qualitätsmanagement: Die Einrichtung einer zentralen Qualitätsmanagementabteilung ermöglicht eine einheitliche Steuerung und Überwachung der Qualitätsprozesse in allen Unternehmensbereichen. Diese Abteilung fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle qualitätsbezogenen Angelegenheiten und gewährleistet eine konsistente Umsetzung von Qualitätsstandards und -richtlinien.
  • Regelmäßige Schulungen: Durch regelmäßige Schulungen können Mitarbeiter in dezentralen Strukturen mit den neuesten Qualitätsstandards, -verfahren und -technologien vertraut gemacht werden. Diese Schulungen stärken das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter und befähigen sie, ihre Aufgaben im Einklang mit den Qualitätszielen des Unternehmens zu erfüllen.
  • Nutzung von Technologie: Die gezielte Nutzung von Technologie, wie etwa Qualitätsmanagementsystemen (QMS), Dokumentenmanagementsystemen (DMS) und digitalen Tools zur Datenerfassung und -analyse, erleichtert die effiziente Durchführung von Qualitätsprozessen. Insbesondere Workflow-Abläufe zur Genehmigung von qualitätsrelevanten (und dokumentationspflichtigen) Dokumenten sowie die zentrale Koordination von Formblättern und Instrumenten der Dokumentenlenkung tragen zur Standardisierung und Effizienz bei.
  • Einrichtung eines Feedback-Mechanismus: Die Einrichtung eines Feedback-Mechanismus ermöglicht es den Mitarbeitern, ihre Erfahrungen, Bedenken und Verbesserungsvorschläge im Zusammenhang mit dem Qualitätsmanagement zu äußern. Ein strukturierter Feedback-Prozess fördert die offene Kommunikation und trägt dazu bei, kontinuierliche Verbesserungen im Qualitätsmanagement zu erzielen.
  • Standardreports und Ad-hoc-Informationen: Die Einführung einheitlicher Vorgaben für Standardreports sowie die Bereitstellung von Ad-hoc-Informationen ermöglichen eine transparente Kommunikation und einen effizienten Austausch von Qualitätshinweismeldungen und "Qualitätsalarmen" zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen.
  • Eskalationen zu Qualität: Definierte Eskalationsprozesse im Falle von Qualitätsproblemen ermöglichen es, schnell und effektiv auf kritische Situationen zu reagieren. Diese Prozesse legen klar fest, wer im Falle eines "Qualitätsalarms" informiert werden muss und welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um das Problem zu lösen und zukünftige Vorfälle zu vermeiden.

(5.3) Management-Review als Systemaudit

Dieser Abschnitt behandelt die Bedeutung des Management-Reviews als entscheidendes Instrument im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems (QMS) gemäß ISO 9001. Es werden die Anforderungen an das Management-Review erläutert sowie die überprüften Aspekte und die Vorgehensweise bei der Durchführung beschrieben. Ziel ist es, die fortlaufende Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit des QMS sicherzustellen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

 

Management-Review als Systemaudit

Das Management-Review ist ein entscheidendes Instrument im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems (QMS) gemäß der DIN EN ISO 9001. Dabei handelt es sich um eine systematische Überprüfung und Bewertung der Managementleistung sowie des Managementsystems selbst. Im Fokus steht die Bewertung der fortdauernden Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit des QMS.

 

Bedeutung des Management-Reviews

Das Management-Review umfasst nicht nur eine rein quantitative Analyse anhand von Messzahlen, sondern beinhaltet auch qualitative Aspekte. Es ermöglicht eine umfassende Bewertung der Managementleistung und des Managementsystems, indem sowohl quantitative Kennzahlen als auch die Leistungen des Teams diskutiert und bewertet werden. Dadurch können potenzielle Verbesserungsmaßnahmen identifiziert werden.

 

Anforderungen gemäß ISO 9001

Die DIN EN ISO 9001 fordert von Unternehmen die Durchführung eines Management-Reviews. Gemäß Abschnitt 9.3 der Norm ist die oberste Leitung dafür verantwortlich, das QMS in geplanten Abständen zu bewerten, um dessen fortdauernde Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit sicherzustellen. Die oberste Leitung, wie etwa die Geschäftsleitung oder Werkleitung, ist somit dafür zuständig, das installierte QMS regelmäßig zu überprüfen.

 

Überprüfte Aspekte im Management-Review

Im Rahmen des Management-Reviews werden verschiedene Aspekte überprüft und bewertet:

  1. Umsetzung von Maßnahmen: Es wird untersucht, ob die geplanten Maßnahmen aus vorherigen Bewertungen umgesetzt wurden und welche Ergebnisse dabei erzielt wurden.
  2. Allgemeine Veränderungen und Trends: Es werden Veränderungen und Trends im Bereich des Qualitätsmanagements sowie bei der Unternehmensstrategie betrachtet.
  3. Wirksamkeit von Maßnahmen zur Chancennutzung und Risikobegrenzung: Es wird geprüft, inwieweit Maßnahmen zur Nutzung von Chancen und zur Begrenzung von Risiken erfolgreich umgesetzt wurden.
  4. Fortlaufende Verbesserung: Es wird bewertet, welche Möglichkeiten zur fortlaufenden Verbesserung des QMS identifiziert und umgesetzt wurden.
  5. Qualitätsleistung: Es wird die Leistung im Bereich der Qualität überprüft, einschließlich der Kundenzufriedenheit, der Prozessleistung und der Konformität von Produkten und Dienstleistungen.

 

Ableitung von Bewertungskriterien

Die Bewertungskriterien für das Management-Review ergeben sich aus der Qualitätspolitik und den Qualitätszielen des Unternehmens. Die Qualitätspolitik, die von der Geschäftsleitung formuliert wird, legt den Rahmen für das QMS fest und zeigt die Ausrichtung des Unternehmens zur permanenten Verbesserung auf. Die Qualitätsziele müssen messbar sein und darauf abzielen, die Kunden zufriedenzustellen und die Produkt- und Dienstleistungsqualität sicherzustellen.

 

Vorgehensweise beim Management-Review

Das Management-Review sollte mindestens einmal pro Jahr stattfinden und kann als Workshop durchgeführt werden. Dabei werden folgende Schritte durchlaufen:

  1. Planung und Vorbereitung: Festlegung eines Termins, Auswahl der Teilnehmer, Bereitstellung relevanter Informationen.
  2. Durchführung: Vorstellung der wesentlichen Inhalte, Schritt-für-Schritt-Überprüfung der Bewertungskriterien, Diskussion und Bewertung der einzelnen Aspekte.
  3. Maßnahmenplanung und Nachbereitung: Erstellung einer Liste von Maßnahmen zur Lösung identifizierter Probleme und zur Verbesserung des QMS, Dokumentation der Ergebnisse und Maßnahmen.

 

Dokumentation des Management-Reviews

Das Management-Review wird dokumentiert, um die Ergebnisse der Überprüfung durch das Management gemäß den Anforderungen der ISO 9001 festzuhalten. Die Dokumentation umfasst neben einem Protokoll der Veranstaltung auch eine Zusammenfassung der diskutierten Aspekte, Bewertungen und geplanten Maßnahmen. Diese Dokumente dienen als Nachweis für die Wirksamkeit des QMS und als Grundlage für zukünftige Verbesserungsmaßnahmen.

 

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(6.) Operative Qualitätsführung in Produktionsbetrieben

In dezentral aufgestellten Produktionsbetrieben stellen sich spezifische Herausforderungen für die operative Qualitätsführung. Um diese Herausforderungen erfolgreich anzugehen und eine effektive Qualitätsführung sicherzustellen, sind detaillierte Strategien und praxisorientierte Ansätze erforderlich.

 

(6.1) Herausforderungen in dezentralen Organisationsstrukturen der Produktion

  • Kommunikationsdefizite: Die räumliche Distanz zwischen den Produktionsstandorten und der Zentrale erschwert eine reibungslose Kommunikation und Koordination zwischen den Teams.
  • Prozessineffizienzen: Unterschiedliche Arbeitsweisen und Prozesse an verschiedenen Standorten können zu Ineffizienzen und Qualitätsproblemen führen.
  • Qualitätssicherung: Die Gewährleistung konsistenter Qualitätsstandards über alle Produktionsstandorte hinweg stellt eine große Herausforderung dar und erfordert eine durchdachte Qualitätsführung.

 

Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen

  • Etablierung klarer Kommunikationswege: Die Implementierung klarer Kommunikationskanäle und die Nutzung moderner Technologien wie Videokonferenzen und virtuelle Plattformen erleichtern den Informationsaustausch zwischen den Standorten.
  • Standardisierung von Prozessen: Die Entwicklung und Implementierung standardisierter Prozesse und Arbeitsabläufe helfen, Inkonsistenzen zu reduzieren und eine einheitliche Qualität sicherzustellen.
  • Schulung und Qualifizierung: Kontinuierliche Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter an verschiedenen Standorten sind entscheidend, um sicherzustellen, dass diese über das erforderliche Wissen und die Fähigkeiten verfügen, um Qualitätsstandards einzuhalten und Probleme frühzeitig zu erkennen.
  • Effektives Qualitätsmanagementsystem (QMS): Die Implementierung eines QMS ermöglicht eine strukturierte Erfassung und Überwachung von Qualitätsdaten sowie die Durchführung von Audits und Analysen zur kontinuierlichen Verbesserung.
  • Einrichtung von Feedbackschleifen: Die Implementierung von Feedbackmechanismen entlang des gesamten Produktionsprozesses ermöglicht es den Mitarbeitern, kontinuierlich Rückmeldungen zu geben und Verbesserungsvorschläge einzubringen.

 

Praktische Umsetzung und Beispiele

Um die Effektivität der Qualitätsführung in dezentralen Produktionsbetrieben zu steigern, können beispielsweise folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Einführung von regelmäßigen Qualitätsaudits an den verschiedenen Standorten
  • Nutzung von digitalen Plattformen zur Dokumentation und Überwachung von Qualitätsprozessen
  • Implementierung eines präventiven Wartungsplans für Produktionsanlagen
  • Einrichtung von Qualitätszirkeln, in denen Mitarbeiter kontinuierlich Verbesserungsvorschläge diskutieren können.

Die Kombination aus klaren Strategien, praxisorientierten Ansätzen und konkreten Maßnahmen ist entscheidend, um eine effektive Qualitätsführung in dezentralen Produktionsbetrieben zu gewährleisten und langfristigen Erfolg zu sichern.

(6.2) Exkursion: Analyse- und Optimierungswerkzeuge

Um die operative Qualitätsführung in autonom aufgestellten Produktionsbetrieben zu verstehen und zu optimieren, ist es entscheidend, geeignete Analyse- und Optimierungswerkzeuge anzuwenden. Ein solches Werkzeug ist das Turtle-Modell, auch bekannt als 8W-Methode, das komplexe Produktionsprozesse in acht Schritte unterteilt und eine strukturierte Herangehensweise ermöglicht.

 

Das Turtle-Modell für den Produktionsprozess

Das Turtle-Modell, auch bekannt als 8W-Methode, ist ein grafisches Tool, das komplexe Prozesse in acht Schritte unterteilt und Fragen wie "Was", "Wer", "Wie", "Womit", "Wofür", "Wann", "Wie gut" und "Wohin" beantwortet. Durch diese strukturierte Analyse können Prozesse detailliert visualisiert und analysiert werden. Das Modell bietet eine umfassende Sicht auf alle relevanten Aspekte eines Prozesses und ermöglicht es den Beteiligten, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Durch die Unterteilung des Produktionsprozesses in acht Schritte ermöglicht dieses Modell eine umfassende Betrachtung verschiedener Aspekte und hilft dabei, potenzielle Problembereiche zu identifizieren und effektive Lösungsansätze zu entwickeln.

 

Die 8 Schritte des Turtle-Modells:

  • Was: Diese Frage zielt darauf ab, den Zweck oder das Ziel des Produktionsprozesses zu definieren. Was ist das Endprodukt oder die Dienstleistung, die hergestellt oder erbracht werden soll?
  • Wer: Hier werden die Personen oder Teams identifiziert, die an jedem Schritt des Produktionsprozesses beteiligt sind. Welche Mitarbeiter, Abteilungen oder externe Partner sind für die Durchführung der Aufgaben verantwortlich?
  • Wie: Diese Frage befasst sich mit den Methoden und Verfahren, die zur Durchführung der einzelnen Prozessschritte verwendet werden. Wie werden die Aufgaben ausgeführt und welche Werkzeuge oder Technologien werden dabei eingesetzt?
  • Womit: Es geht darum, die benötigten Ressourcen für den Produktionsprozess zu bestimmen. Welche Materialien, Ausrüstungen oder anderen Mittel werden benötigt, um die Arbeit zu erledigen?
  • Wofür: Hier wird der Nutzen oder die Bedeutung jedes Prozessschritts untersucht. Welchen Beitrag leistet jeder Schritt zum Gesamtergebnis des Produktionsprozesses?
  • Wann: Diese Frage betrifft den Zeitrahmen oder die Zeitpunkte, zu denen die verschiedenen Prozessschritte durchgeführt werden sollen. Wann müssen die Aufgaben abgeschlossen sein, um die Produktionsziele zu erreichen?
  • Wie gut: Es geht darum, die Qualität der Arbeit zu bewerten und sicherzustellen, dass die Prozesse den erforderlichen Qualitätsstandards entsprechen. Wie gut werden die Aufgaben ausgeführt und welche Maßnahmen sind erforderlich, um die Qualität zu verbessern?
  • Wohin: Diese Frage bezieht sich auf die Ergebnisse oder Auswirkungen des Produktionsprozesses. Wohin führt jeder Prozessschritt und wie trägt er zur Erreichung der übergeordneten Unternehmensziele bei?

 

Anwendung des Turtle-Modells im Produktionsumfeld

Das Turtle-Modell kann im Produktionsumfeld vielfältig eingesetzt werden, um eine strukturierte Analyse und Optimierung des Produktionsprozesses durchzuführen. Indem jede Frage des Modells auf den spezifischen Kontext des Produktionsprozesses angewendet wird, können Unternehmen wichtige Einblicke gewinnen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen entwickeln.

 

Durch die systematische Anwendung des Turtle-Modells können Unternehmen:

  • Die Effizienz und Produktivität des Produktionsprozesses steigern.
  • Engpässe und Flaschenhälse identifizieren und beseitigen.
  • Die Qualität der hergestellten Produkte oder Dienstleistungen verbessern.
  • Die Kosten senken und Ressourcen effektiver nutzen.
  • Die Kundenzufriedenheit erhöhen und Wettbewerbsvorteile erlangen.

Insgesamt bietet das Turtle-Modell eine strukturierte und ganzheitliche Herangehensweise an die Analyse und Optimierung des Produktionsprozesses und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Geschäftsziele effektiv zu erreichen.

 

SIPOC-Analyse

Die SIPOC-Analyse ist ein weiteres hilfreiches Werkzeug zur Prozessanalyse und steht für Supplier (Lieferant), Input (Eingabe), Process (Prozess), Output (Ausgabe) und Customer (Kunde). Diese Analyse ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung des Prozesses, indem sie die verschiedenen Elemente identifiziert, die den Prozess beeinflussen und von ihm beeinflusst werden. Durch die klare Strukturierung von Lieferanten, Inputs, Prozessen, Outputs und Kunden können Engpässe, Schwachstellen und Verbesserungspotenziale leichter erkannt und adressiert werden.

Anwendung des SIPOC-Frameworks, das den Fertigungsprozess, den Qualitätssicherungsprozess und die Qualitätsdokumentation als separate Prozesse berücksichtigt:

 

Supplier (Lieferant):

  • Rohstofflieferanten
  • Lieferanten von Produktionsmaschinen und -ausrüstung
  • Anbieter von Qualitätsprüfgeräten und -software
  • Externe Dienstleister für Wartung und Reparatur

Input (Eingabe):

  • Rohstoffe und Materialien für die Produktion
  • Maschinen und Ausrüstung für die Fertigung
  • Arbeitskräfte und Fachkräfte
  • Qualitätsstandards und -spezifikationen
  • Produktionspläne und Zeitpläne
  • Qualitätsprüfverfahren und -kriterien
  • Technische Unterlagen und Arbeitsanweisungen

Process (Prozess):

  • Fertigungsprozess: Umfasst die Transformation von Rohstoffen und Materialien in fertige Produkte unter Berücksichtigung von Arbeitsabläufen, Maschineneinstellungen und Produktionsmethoden.
  • Qualitätssicherungsprozess: Beinhaltet Inspektionen, Tests und Überprüfungen während des gesamten Produktionsprozesses, um sicherzustellen, dass Qualitätsstandards eingehalten werden und fehlerhafte Produkte frühzeitig erkannt werden.
  • Qualitätsdokumentationsprozess: Umfasst die Erstellung, Verwaltung und Aufbewahrung von Qualitätsdokumenten wie Inspektionsberichten, Prüfprotokollen, Zertifikaten, Abweichungsberichten und anderen Aufzeichnungen, die die Einhaltung der Qualitätsstandards dokumentieren.

Output (Ausgabe):

  • Fertigprodukte und Zwischenprodukte
  • Qualitätsprüfberichte und Testergebnisse
  • Protokolle und Aufzeichnungen zur Qualitätsdokumentation
  • Fehlerberichte und Abweichungsprotokolle
  • Wartungs- und Reparaturanfragen

Customer (Kunde):

  • Endkunden und Verbraucher
  • Interne Abteilungen wie Vertrieb, Marketing und Kundendienst
  • Externe Interessengruppen wie Lieferanten, Aufsichtsbehörden und Zertifizierungsstellen

 

Vorteile SIPOC-Ansatz: Qualitätssicherungsprozesse und die mit SIPOC umgesetzte Qualitätsdokumentation liefern eine umfassende Darstellung des Produktionsumfelds und ermöglicht eine bessere Identifizierung von Engpässen, Qualitätsproblemen und Verbesserungspotenzialen im gesamten Produktionsprozess und an Schnittstellen und Übergabepunkten.

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(7.) Ganzheitliches Konzept für die Qualitätsführung

Ein integrierter Ansatz für die Qualitätsführung ist in der produzierenden Industrie von entscheidender Bedeutung. Dieser Abschnitt führt in ein ganzheitliches Konzept ein, das Unternehmen dabei unterstützt, Qualität auf strategischer und operativer Ebene effektiv zu steuern und zu fördern. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf der Integration dieses Konzepts in die Unternehmenskultur, um langfristige Verbesserungen zu erzielen.

(7.1) Rahmen für eine einheitliche Qualitätsführung

Ein ganzheitliches Konzept für Qualitätsführung umfasst die Entwicklung und Implementierung von Strategien, Prozessen und Maßnahmen, die darauf abzielen, eine einheitliche und konsistente Qualität über alle Bereiche eines Unternehmens hinweg sicherzustellen. Dieser Rahmen beinhaltet:

 

a. Strategische Ausrichtung

Die Qualitätsführung muss eng mit den Unternehmenszielen und -strategien verknüpft sein. Es ist wichtig, klare Qualitätsziele und -richtlinien festzulegen, die die Vision und Mission des Unternehmens unterstützen. Eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung dieser Ziele ist entscheidend, um auf Veränderungen im Markt und in der Unternehmensumgebung reagieren zu können.

 

b. Prozessoptimierung

Die Identifikation, Analyse und Optimierung von Geschäftsprozessen ist ein wesentlicher Bestandteil eines ganzheitlichen Qualitätskonzepts. Durch die Implementierung effizienter und standardisierter Prozesse können Qualitätsprobleme frühzeitig erkannt und behoben werden. Die kontinuierliche Verbesserung dieser Prozesse ist ein fortlaufender Prozess, der darauf abzielt, die Qualität ständig zu steigern.

 

c. Mitarbeiterengagement

Die Einbindung der Mitarbeiter in den Qualitätsprozess ist von entscheidender Bedeutung. Durch Schulungen, Schulungsmaßnahmen und die Schaffung einer positiven Arbeitsumgebung können Mitarbeiter dazu befähigt werden, zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität beizutragen. Ein offener Kommunikationskanal zwischen Mitarbeitern und Führungskräften fördert den Informationsaustausch und die Identifikation von Verbesserungspotenzialen.

 

d. Integration in die Unternehmenskultur

Die erfolgreiche Umsetzung eines ganzheitlichen Konzepts für Qualitätsführung erfordert eine Integration in die Unternehmenskultur. Dies bedeutet, dass Qualitätsbewusstsein und -verantwortung zu einem festen Bestandteil der Organisationskultur werden. Die Führungskräfte müssen als Vorbilder fungieren und die Wichtigkeit von Qualität betonen. Mitarbeiter sollten ermutigt werden, aktiv an der Gestaltung und Verbesserung der Qualität mitzuwirken.

 

Ganzheitliches Konzept für Qualitätsführung in dezentralen KMUs

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), insbesondere in dezentralen Strukturen, stehen vor einzigartigen Herausforderungen bei der Umsetzung eines ganzheitlichen Konzepts für Qualitätsführung. Diese Herausforderungen erfordern eine spezifische Betrachtung der personellen und organisatorischen Aufstellung, um eine effektive Integration von Qualitätsprinzipien zu gewährleisten.

 

Personelle Aufstellung

  • Lokale Qualitätsverantwortliche: In dezentralen KMUs ist es entscheidend, lokale Qualitätsverantwortliche zu ernennen, die für die Umsetzung und Überwachung der Qualitätsstandards an jedem Standort verantwortlich sind. Diese Mitarbeiter fungieren als Bindeglied zwischen der Zentrale und den Produktionsstandorten und gewährleisten eine konsistente Umsetzung der Qualitätsrichtlinien vor Ort.
  • Schulung und Qualifizierung: Die Schulung und Qualifizierung der Mitarbeiter an den dezentralen Standorten ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass sie über das erforderliche Wissen und die Fähigkeiten verfügen, um Qualitätsstandards einzuhalten und Probleme frühzeitig zu erkennen. Kontinuierliche Schulungsmaßnahmen sollten angeboten werden, um sicherzustellen, dass das Qualitätsbewusstsein auf allen Ebenen der Organisation vorhanden ist.
  • Kommunikationsstruktur: Eine klare Kommunikationsstruktur ist entscheidend, um eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen den dezentralen Standorten und der Zentrale zu gewährleisten. Regelmäßige Meetings, virtuelle Plattformen und klare Kommunikationskanäle sind erforderlich, um den Informationsaustausch zu erleichtern und eine einheitliche Ausrichtung auf die Qualitätsziele sicherzustellen.

(7.2) Organisatorische Aufstellung und Zuordnung der Qualitätsführungsaufgaben

Organisatorische Aufstellung

  1. Standardisierung von Prozessen: Die Standardisierung von Prozessen und Arbeitsabläufen über alle Standorte hinweg ist ein wichtiger Schritt, um Ineffizienzen zu reduzieren und eine einheitliche Qualität sicherzustellen. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Standorten und eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Prozesse an die spezifischen Anforderungen jedes Standorts.
  2. Dezentrale Entscheidungsstrukturen: In dezentralen KMUs ist es oft erforderlich, Entscheidungsbefugnisse an die lokalen Standorte zu delegieren, um eine schnelle Reaktion auf lokale Anforderungen zu ermöglichen. Dies erfordert eine klare Definition der Zuständigkeiten und eine klare Kommunikation der Unternehmensziele, um sicherzustellen, dass lokale Entscheidungen im Einklang mit der übergeordneten Strategie stehen.
  3. Einsatz von Technologie: Die Nutzung moderner Technologien wie digitale Plattformen, Datenanalyse und IoT (Internet der Dinge) kann die Effizienz und Transparenz in dezentralen KMUs verbessern. Die Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen (QMS) und die Nutzung von Daten zur Überwachung und Analyse von Qualitätskennzahlen ermöglichen eine datengesteuerte Entscheidungsfindung und kontinuierliche Verbesserung.

Fazit: Die personelle und organisatorische Aufstellung in dezentralen KMUs spielt eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Umsetzung eines ganzheitlichen Konzepts für Qualitätsführung. Durch die Ernennung lokaler Qualitätsverantwortlicher, die Schulung und Qualifizierung der Mitarbeiter, die Etablierung einer klaren Kommunikationsstruktur und die Standardisierung von Prozessen können KMUs eine effektive Qualitätsführung sicherstellen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.

 

Delegierbare Qualitätsführungsaufgaben

  1. Implementierung von Qualitätsstandards vor Ort: Lokale Qualitätsverantwortliche können dafür verantwortlich sein, die festgelegten Qualitätsstandards an ihrem Standort umzusetzen und sicherzustellen, dass die entsprechenden Prozesse eingehalten werden.
  2. Durchführung von internen Audits: Die Durchführung interner Audits zur Überprüfung der Einhaltung von Qualitätsstandards kann an lokale Teams delegiert werden, um die regelmäßige Überwachung und Verbesserung der Prozesse zu gewährleisten.
  3. Bearbeitung von Qualitätsabweichungen: Die Untersuchung und Bearbeitung von Qualitätsabweichungen auf lokaler Ebene kann effektiv von den Mitarbeitern vor Ort durchgeführt werden, um schnell auf Probleme zu reagieren und Korrekturmaßnahmen zu ergreifen.
  4. Schulung der Mitarbeiter vor Ort: Die Schulung der Mitarbeiter zu spezifischen Qualitätsverfahren und -richtlinien kann von lokalen Qualitätsverantwortlichen durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass das Qualitätsbewusstsein auf allen Ebenen vorhanden ist.

 

Besser zentralisierte Qualitätsführungsaufgaben

  1. Entwicklung von Qualitätsrichtlinien: Die Entwicklung und Aktualisierung von übergeordneten Qualitätsrichtlinien und -strategien sollte in enger Zusammenarbeit mit der zentralen Qualitätsabteilung erfolgen, um eine konsistente Ausrichtung auf die Unternehmensziele sicherzustellen.
  2. Globale Qualitätsstrategie: Die Festlegung der globalen Qualitätsstrategie und -ziele sollte zentralisiert werden, um sicherzustellen, dass alle Standorte auf die gleichen Ziele hinarbeiten und die Strategie des Unternehmens unterstützen.
  3. Einführung neuer Qualitätsinitiativen: Die Einführung größerer Qualitätsinitiativen oder -programme sollte von der zentralen Qualitätsabteilung koordiniert werden, um eine einheitliche Implementierung und Überwachung sicherzustellen.
  4. Verwaltung von Qualitätsdaten und -systemen: Die Verwaltung von Qualitätsmanagementsystemen (QMS) und die Analyse von Qualitätsdaten sollten zentralisiert werden, um die Konsistenz und Genauigkeit der Daten sicherzustellen und globale Trends zu identifizieren.

Durch die gezielte Delegation von Qualitätsführungsaufgaben können dezentrale KMUs eine effektive Qualitätsführung gewährleisten, während gleichzeitig eine klare Ausrichtung auf die Unternehmensziele sichergestellt wird.

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